Web 2.0 “Das Internet als globales Gehirn”

Im Jahr 2005 veröffentlichte Tim O’Reilly den Artikel „What is Web 2.0“ in dem er die Grundpfeiler dieses Begriffes näher erläuterte. Einer der wichtigsten Punkte des Artikels stellt die kollektive Intelligenz dar die laut O’Reilly eine der Triebfedern des Web 2.0 ist. Er vergleicht die Struktur des Internet mit seinen Hyperlinks hierbei mit den Synapsen des Gehirns die durch Aktivität stärker und größer werden. Ebenso soll sich im Internet eine Art neuronales Netz heraus bilden, was durch die Nutzung und die Aktivität der Teilnehmer auf eine bestimmte Weise strukturiert und geformt wird. Als Beispiele hierfür werden z.B. Yahoo und Google angeführt. Der große Erfolg von Yahoo resultierte aus einer gigantischen Linksammlung die die Inhalte tausender Websites erfasste und strukturierte. Den Erfolg von Google führt er auf die Erfindung des Pagerank zurück.

Dies stellt eine Methode dar, Webseiten unabhängig von Inhalten oder Webdesign zu ordnen, sondern allein durch die
Linkstruktur des World Wide Web. Die Wichtigkeit der Interaktivität für das Web 2.0 wird am Beispiel von Amazon deutlich gemacht.
Die Produkte und Beschreibungen auf dieser Seite sind vergleichbar mit vielen anderen Anbietern und auch das Webdesign von Amazon ist letztendlich nicht der entscheidende Faktor für den großen Erfolg. O’Reilly ist vielmehr der Meinung, dass die vielen interaktiven Elemente zu Amazons Marktführerschaft geführt haben. Als Beispiel seien das Bewertungssystem, oder die individuellen Kaufempfehlungen genannt.

Ein weiteres wichtiges Merkmal der Web 2.0-Ära stellen die diversen Blogs dar. Letztendlich sind dies lediglich persönliche Homepages auf denen Menschen eigene Artikel oder Meinungen veröffentlichen. Dies existiert in verschiedenen Formen bereits seit den Anfangstagen des Internet. Die Besonderheit von Blogs liegt jedoch in einer revolutionären Neuerung im Bereich des Webdesign. Die RSS-Technologie erlaubt es nämlich bestimmte Seiten nicht nur zu verlinken, sondern sie sozusagen zu abonnieren. Auf diese Weise wird man stetig über Neuerungen und Aktualisierungen informiert. Die Technologie des RSS wurde im Lauf der Zeit auch auf andere Anwendungen ausgeweitet z.B. für Updates der Börsenkurse oder des Wetters.

Im Hinblick auf Blogs kommt zudem die Möglichkeit der interaktiven Auseinandersetzung mit dem Thema hinzu. So entstanden auf vielen Blogs Möglichkeiten zur Diskussion der Nutzer untereinander, sowie die Möglichkeit auch auf andere Blogs und Quellen zu verweisen und diese in die Diskussion mit einzubeziehen.

Diese kurzen Beispiele machen bereits die Philosophie hinter Web 2.0 deutlich. Das Internet wird als großes Gehirn betrachtet, wobei die Hyperlinks eine Art neuronales Netz bilden. Große Datenbanken wie z.B. Wikipedia entsprechen hierbei unserem Langzeitgedächtnis, während die vielen Blogs die geistige Aktivität des Vorderhirns mit seinen bewussten gedanklichen Prozessen wiederspiegelt.

Datum: Samstag, 5. Januar 2008 13:11
Themengebiet: Web 2.0 Trackback: Trackback-URL
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